Die wichtigste Wahrheit zuerst: Für die meisten Selbstständigen reicht die gesetzliche Rente nicht – viele zahlen gar nicht erst ein. Altersvorsorge ist für dich keine Option, sondern die Entscheidung darüber, wie dein Leben mit 67 aussieht. Die gute Nachricht: Du hast mehr Gestaltungsspielraum als jeder Angestellte.
Warum die gesetzliche Rente für dich nicht reicht
Angestellte zahlen automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein, der Arbeitgeber legt die Hälfte dazu. Bei dir als Selbstständigem fällt beides weg. Viele Selbstständige sind nicht pflichtversichert – das heißt: Wenn du nichts tust, passiert nichts. Keine automatische Vorsorge, kein Arbeitgeberanteil, keine Sicherheitsleine.
Das ist kein Grund zur Panik, aber zum Handeln. Denn der gleiche Umstand, der dich verwundbar macht – niemand sorgt automatisch vor – gibt dir auch die volle Kontrolle: Du entscheidest, wie viel, wie flexibel und in welcher Form du vorsorgst. Genau diese Freiheit will klug genutzt werden.
Die Bausteine deiner Altersvorsorge
Altersvorsorge ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Kombination. Welche Bausteine in welchem Verhältnis sinnvoll sind, hängt von deinem Einkommen, deinem Alter und deinem Sicherheitsbedürfnis ab. Die drei wichtigsten Felder:
Geförderte Vorsorge
Ab 2027 erstmals auch für Selbstständige: das Altersvorsorgedepot mit staatlicher Zulage. Ein neuer Baustein, den du kennen solltest.
Altersvorsorgedepot 2027 →Basisrente (Rürup) & private Vorsorge
Für viele Selbstständige der steuerlich stärkste Hebel: die Rürup-Rente. Dazu fondsgebundene Lösungen und Investmentdepots – flexibel, aber mit großen Unterschieden.
Im Gespräch klären →Absicherung der Vorsorge
Die beste Sparrate nützt nichts, wenn ein Berufsunfähigkeitsfall sie stoppt. Vorsorge und BU gehören zusammen gedacht.
Zur Berufsunfähigkeit →Der Baustein, über den 2026/27 alle reden
Zum 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab – und Selbstständige sind zum ersten Mal voll förderberechtigt. Was das konkret bringt, welche drei Varianten es gibt und warum „einfach beim Neobroker abschließen" selten die beste Idee ist, habe ich dir ausführlich aufgeschrieben: Altersvorsorgedepot 2027 für Selbstständige →
Nicht verwechseln: Altersvorsorgedepot und Rürup-Rente
Das Altersvorsorgedepot ist nicht dasselbe wie die Basisrente (Rürup) – beides sind eigenständige Wege, die sich sogar ergänzen können. Die Rürup-Rente punktet vor allem über die Steuer: Beiträge sind in hohem Umfang als Sonderausgaben absetzbar, was gerade bei hoher Steuerlast – typisch für gut verdienende Selbstständige – einen erheblichen Effekt hat. Der Preis dafür: Das Kapital ist fest auf eine lebenslange Rente ausgelegt, nicht frei verfügbar. Das Altersvorsorgedepot dagegen lebt von der direkten Zulage und ist flexibler in der Auszahlung. Welcher Weg – oder welche Kombination – für dich sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Steuersituation und Flexibilitätswunsch ab. Genau das ist eine Rechnung, die individuell gehört, nicht pauschal.
Der häufigste Fehler: zu spät, zu unüberlegt
In der Beratung sehe ich vor allem zwei Muster. Das eine: jahrelang gar nichts tun, weil „das Geschäft gerade wichtiger ist" – und dann mit 50 feststellen, dass die verlorene Zeit der teuerste Posten von allen war. Das andere: schnell irgendein Produkt abschließen, das ein Vertrieb empfohlen hat, ohne dass es zur eigenen Situation passt.
Beides ist vermeidbar. Der Zinseszinseffekt belohnt frühe Jahre überproportional – ein früher, durchdachter Start schlägt fast jede spätere Aufholjagd. Und ein durchgerechneter, zu dir passender Baustein schlägt jedes „Standardprodukt von der Stange".
Wie ich vorgehe
Ich verkaufe dir kein Produkt von der Stange. Wir schauen zuerst, wo du stehst, was die gesetzliche Lage für dich konkret bedeutet und welche Bausteine in welchem Verhältnis Sinn ergeben – inklusive der Frage, ob sich das Altersvorsorgedepot ab 2027 für dich lohnt. Ehrlich, auch wenn das Ergebnis lautet: „Hier brauchst du erstmal gar nichts."
Und danach bleibt es nicht bei einem Gespräch: Du hast einen festen Ansprechpartner, der bei Fragen, Anpassungen und im Leistungsfall erreichbar ist – ohne Hotline, auf deiner Seite.
Angestellt oder verbeamtet?
Diese Seite ist bewusst auf die Situation Selbstständiger zugeschnitten – für dich als gut verdienenden Angestellten oder Beamten gelten teils andere Hebel: Arbeitgeberanteil, betriebliche Vorsorge, andere Förderwege. Beides habe ich dir an eigener Stelle aufgeschrieben: Altersvorsorge für Angestellte → · Vorsorge für Beamte →
GmbH-Geschäftsführer? Eigene Liga.
Als Gesellschafter-Geschäftsführer hast du Vorsorgewege, die kein normaler Angestellter und kein klassischer Selbstständiger nutzen kann – allen voran die Unterstützungskasse, mit der die GmbH erhebliche Beiträge zugunsten deiner Altersvorsorge leisten kann, ohne die Bilanz zu belasten. Eine ehrliche Übersicht zu allen fünf Wegen: Altersvorsorge für GmbH-Geschäftsführer →
Regional bin ich im Raum Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf für dich da – beraten wird ortsunabhängig, vor Ort oder digital, je nachdem, was dir besser passt.
Dieser Überblick dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Die Eignung einzelner Vorsorgeformen hängt von deiner persönlichen Situation ab. Angaben ohne Gewähr.